Da bist du ja wieder

21 Jun

Nachdem es mir jetzt fast geschlagene 4 Wochen gut ging hat meine Angst (Agoraphobie) mich wieder eingeholt.

Als ich gestern auf dem Weg zur Uni war überkam mich plötzlich heftiger Schwindel. Ich dachte ich falle gleich um, was ich natürlich nicht tat. Als ich dann wartend am Bahngleis stand und der Zug einfuhr haben mich die Menschenmessen einfach überwältigt.

Alles zu viel, zu laut, zu schnell. Ich fuhr zurück nach Hause.

Heute Morgen dann das gleich in grün. Die Zugfahrt habe ich noch tapfer bewerkstelligt. Bin dann also mehr oder weniger munter zur Uni gelaufen und plötzlich überkam mich meine Angst. Ich stand an einer riesigen Ampel. Von links, rechts und vorne Straßenbahnen, von links und rechts Autos, von allen Seiten Menschen.

Es ging nicht, es war so furchtbar für mich, dass ich in den nächsten Supermarkt flüchtete. Da war ich also in einer der größten Städte Deutschlands und saß in einem Supermarkt fest, toll!

„Nee“ dachte ich, „du gehst jetzt zu dieser Vorlesung“. Also raus aus dem Supermarkt, Kreuzung überquert, gleiches Spiel wieder von vorne. Habe dann aufgegeben. Rein in die Straßenbahn, zurück Richtung Zug, Richtung Sicherheit.

Schon am Gleis ging es mir deutlich besser, aber ein schummeriges Gefühl blieb den ganzen Tag.

Zurück in Sicherheit, in meiner Wohnung, meditierte ich eine Viertelstunde. Das beruhigt immer sehr schön, weil man dabei sehr auf die Atmung achtet. In irgendeinem meiner Bücher las ich vor kurzem „Wer richtig atmet, kann gar keine Angst haben“.  Vielleicht ist da was dran.

Ich habe aber auch schon versucht in den, mich verängstigenden Situationen auf, meine Atmung zu achten, leider verschwand die Angst trotzdem nicht.

Na ja, ich versuche mich ein wenig zu beruhigen und mir zu versichern, dass das jetzt einfach mal wieder schlechte Tage sind, die bestimmt bald vorbei gehen.

Außerdem habe ich heute mit der Einnahme von Schüssler Salzen (Nr. 5 und 7) begonnen, die ebenfalls gegen Angstzustände helfen sollen. Richtig überzeugt von deren Wirkung bin ich zwar noch nicht, lasse mich aber gerne überraschen.

P.s.: Für alle die gerne wissen möchten vor was ich Angst habe: Ich habe keine Ahnung!

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6 Antworten to “Da bist du ja wieder”

  1. Conny 24. Juni 2013 um 14:13 #

    Liebe Julia,
    ich habe heute erst gesehen, dass du auf meinem Blog einen Kommentar hinterlassen hast, den ich dir jetzt erst beantwortet habe – entschuldige die Verspätung. Jedenfalls habe ich die Chance jetzt mal genutzt und mich auch auf deinem Blog umgeschaut und bin auf deinen aktuellen Artikel gestoßen „da bist du ja wieder“… ich kenne das alles sehr gut und glücklicherweise ist das für mich schon lange vorbei. Gerne möchte ich dir eine Empfehlung aussprechen. Wenn du merkst, du bekommst Angst oder Panik, dann richte deine Aufmerksamkeit zum Beispiel auf deinen linken Fuß, wie er sich gerade anfühlt oder wie sich die Straße auf der du stehts oder gehst unter deinen Füßen anfühlt. Spür mal deine Hand an deiner Jacke oder auf deiner Tasche – fühle wie sich das Material anfühlt. Richte deinen Blick auf eine bestimmte Farbe oder einen bestimmten Gegenstand. Alles was im Außen zu sehen, zu hören oder zu fühlen ist, hilft von der inneren Panik Abstand zu bekommen, damit sie sich nicht noch mehr ausbreitet. Konzentrier dich aber nicht auf alles gleichzeitig, sonst könnte die Panik wieder um sich schlagen. Für mich persönlich eine super Übung ist auch folgende: Wenn du von einer Panik nach Hause kommst und noch leichte Angst verspürst, dann erlaube der Panik und Angst jetzt mal dazusein, sie einzuladen und willkommen zu heißen in deinem Leben (in Liebe) – in diesem Moment kommst du in die Akzeptanz und nur aus der AKZEPTANZ heraus können sich die Dinge verädern. Du kannst dir sicher sein (ich nehme an, du weißt es selber auch), dass dir nichts passieren wird. Du kannst es erst mal zu Hause im Schutz deiner Wohnung ausprobieren und später auch überall machen. Mir hat das sehr gut geholfen und so ist es irgendwann verschwunden. All das gilt natürlich nur, wenn es keine körperlichen Beschwerden oder Krankheiten gibt, die zu dem von dir beschriebenen Schwindel und der Angst führt
    Alles Gute
    Conny

    • Julia 25. Juni 2013 um 08:00 #

      Hallo liebe Conny,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar.
      Deinen Tipp habe ich gleich gestern ausprobiert. Natürlich hat es nicht sofort geklappt, aber ich habe meine Aufmerksamkeit dann auch wieder viel zu schnell von den Dingen abschweifen lassen.
      Ich kannte nur den Tipp, dass ich irgendwo hinschauen sollte und mich darauf konzentrieren kann, so z.B. auf die bunte Hose der Frau gegenüber etc., das hat mir leider nie geholfen.
      Deine Empfehlung etwas zu spüren finde ich viel besser, da es intensiver ist, mehr Sinne angeregt werden, sprich die Ablenkung größer ist.
      Ich denke, dass ist eine Sache, die ich super ausprobieren kann und die mir vielleicht sogar helfen kann.
      Vielen Dank dafür 🙂

  2. Livia 25. Juni 2013 um 00:10 #

    Connys Rat finde ich sehr gut 🙂
    Jeder Mensch besitzt Ängste. Der Eine mehr, der Andere weniger. Einer meiner Ängste z.B. ist es vor Menschen zu stehen und eine Leistung abzuliefern. Sobald der Wecker klingelt und ich weiß, dass ich heute ein Referat halte, werde ich unruhig. Einige Stunden davor kriege ich Angst und sobald es los geht findet diese ihren Höhepunkt.
    Es hat mich irre gemacht und ich fand es absolut lächerlich. Schließlich hört kaum einer zu und die meisten werden nicht bewertet. Aber die Angst ist trotzdem da, bringt mich manchmal raus und fühlt sich einfach nicht gut an. Was tun also?
    Wie Conny meinte, man muss die Angst zulassen. Sie wird nicht einfach verschwinden, aber du kannst dich mit ihrer Anwesenheit anfreunden und so verändert sich auch ihre Wirkung auf dich.
    Und lerne die kleinen Fortschritte wertzuschätzen. Du hast es bis über die Kreuzung geschafft. Nächstes mal wirst du noch weiter kommen. Und vielleicht bemerkst du dann, dass die Angst dich gar nicht richtig am Weiterkommen hindern kann. Sieh sie wie einen nervigen Schluckauf, den du gerade nicht los wirst. Konzentriere dich auf dein Vorhaben und du wirst dann nicht mal richtig merken, wenn sie wieder abklingt.

    • Julia 25. Juni 2013 um 08:05 #

      Hallo Livia,

      auch dir vielen Dank für deinen Kommentar.
      Es ist sehr schwer für mich die Angst zu aktzeptieren und nicht dagegen anzukämpfen.
      Ich denke ich bin auf dem richtigen Weg, aber es fällt mir noch schwer zu entscheiden, wann ich dagegen ankämpfen -sprich einfach weiterlaufen- muss und wann ich es zulassen und ihr nachgeben muss -also aus der Situation flüchten-.
      Aber ich denke, dass kann ich in einer Verhaltenstherapie gut erlernen.
      Gestern ging es schon wieder viel besser, bei mir ist das auch immer sehr tagesform abhängig und dann sind die Sachen, die vorher problematisch waren auf einmal ganz einfach.

      Alles Liebe,

      Julia

  3. Lauren 25. Juni 2013 um 13:15 #

    Liebe Julia,

    nun habe ich auch zu deinem Blog gefunden 🙂 – und der erste Beitrag, den ich gelesen habe, hat mich gleich an unangenehme Zeiten erinnert… ich hatte auch über längere Zeit histaminerg bedingte Panik-Attacken.
    Obwohl sie körperlich ausgelöst waren, konnte ich sie über die psychische Ebene vollkommen in den Griff bekommen, so dass sie nie wieder aufgetreten sind.
    Das „Wundermittel“ gab mir eine sehr liebe und nette Arzthelferin an die Hand – eine Atemübung.
    Atme einfach ganz ruhig ein und aus, und denke dabei mit. Stelle dir vor wie eine sanfte Stimme (deine oder eine andere) ganz ruhig und gelassen sagt: „Und einatmen… und ausatmen… und einatmen… und ausatmen… “ oder: „und ein…. und aus…. “ – und das ganz langsam, gelassen und gemütlich.
    Ich habe diese Übung in Panik-Situationen angewendet und erstaunt festgestellt, dass die Panik jedesmal sehr schnell verschwand… und irgendwann blieb sie weg und kam nie wieder. Das ist jetzt mindestens fünf Jahre her, und ich bin sehr dankbar dafür, habe auch keine „Angst mehr vor der Panik“, da ich weiß, dass ich sie jederzeit wieder in den Griff bekommen könnte. 🙂

    Ich würde dir von Herzen wünschen, dass du eine (Atem-)Übung für dich findest, mit der du die Panik ebenfalls völlig überwinden kannst!

    Ganz liebe Grüße von einer alten Libase-Bekannten 😉

    • Julia 27. Juni 2013 um 21:48 #

      Liebe Lauren,

      es freut mich sehr, dass du auch hergefunden hast und mir auch gleich eine Nachricht dagelassen hast 🙂
      Ich bin begeistert, dass ich jetzt gleich zwei neue Methoden erfahren durfte, die mir helfen könnten.
      Morgen komme ich mal wieder in eine für mich sehr unangenehme Situation und werde es ausprobieren.
      Es freut mich sehr, dass es bei dir scheinbar super geklappt hat.
      Und finde es immer wieder toll, wie du an allen Ecken und Kanten helfen willst (und es meist auch tust).
      Drück Dich liebe Lauren,
      Julia

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