Motivation und Hintergründe

3 Jun

Heute möchte ich euch mehr über mich und die Idee hinter diesem Blog erzählen.

In all den Selbsthilfebüchern die ich gelesen habe war es so, dass der Autor oder die Autorin in einer Krisensituation waren, aus der sie durch klassische Hilfe von außen (Ärzte, Therapien, Gespräche mit Freunden) nicht wieder herauskamen.

Genauso war oder ist es auch bei mir. Was mich jedoch von den meisten dieser Autoren unterscheidet ist, dass ich erst Mitte zwanzig und nicht in den Vierzigern bin.

Und dafür bin ich unendlich dankbar,  dankbar, dass ich bereits jetzt einen so großen Leidensdruck erfahren habe, dass ich bereit mein Leben umzukrempeln, über mich nachzudenken und mir mein Leben und meine Realität so zu erschaffen wie ich sie haben will.

Wäre ich nicht in diese Situation gekommen würde ich möglicherweise die nächsten zwanzig Jahre noch vor mich hin dümpeln und ein nur halb-gutes Leben führen.

Meine Krise begann eigentlich schon im Alter von 16. Wie ich in meinem ersten Artikel aber schon erwähnte, habe ich meine Probleme immer nur wegtherapiert oder wegtherapieren lassen.

Mein Körper und meine Psyche haben sich da auch immer sehr fügsam und angepasst verhalten.

Jedenfalls bis ich 22 Jahre alt war.

Mit 20 hatte ich mein Jurastudium begonnen. Und nach den ersten vier Semestern steht die Zwischenprüfung an.

Diese Prüfung ist nicht ganz leicht und da meine Uni sehr verschult war musste ich in jedem Fach eine Klausur schreiben. Alles in Allem also sehr umfangreich.

Damals hatte ich noch nichts von Zeitmanagement und Schwerpunktsetzung gehört.

Ich wollte alle Klausuren bestehen und zwar gut! Jeder der schon einmal in Kontakt mit dem Jurastudium oder Jurastudenten gekommen ist weiß, dass das praktisch unmöglich ist.

Das Jurastudium und die Noten

 Die Noten sind von 0 bis 18 Punkten angelegt. Ich kenne niemanden der jemals 18 Punkte geschrieben hat.

4 Punkte reichen jedem Studenten eigentlich schon aus, alles ab 8 Punkte ist mehr als gut, sehr gut sind eh nur die Streber, die den ganzen Tag lernen. So ungefähr die grobe Regel, natürlich weicht das von Fach zu Fach auch noch etwas ab und ich bin sicher es gibt auch Studenten die keine Streber sind und hervorragende Noten in ihrem Jurastudium schreiben, auch wenn ich bis jetzt noch nie so jemanden kennenlernen durfte. Aber auch das wusste ich damals nicht.

Meine Noten lagen immer zwischen 7 und 12 Punkten. Ich fragte mich immer wieso ich nicht besser bin ich nicht besser bin, weil ich so viel gelernt hatte und lernte mehr, detaillierter, aber die Noten wurden nicht besser. Im Gegenteil, je mehr ich lernte umso mehr musste ich behalten und anwenden können, meine Noten wurden schlechter, weil ich mich anstatt die Klausuren zügig und schnell zu lösen an Details verhakte und nicht auf den Punkt kam.

Die Gleichung damals, dass ich das Studium zum größten Teil langweilig fand, schlechte Noten schrieb und trotzdem wie eine Verrückte lernte konnte für mich nur so aufgehen, dass ich faul und vielleicht auch ein bisschen dumm war. Also lernte ich mehr für gute Noten, die unerreichbar waren.

Energieverschwendung

 Ich habe meine gesamte Energie also für etwas aufgewendet, was faktisch für (fast) jedermann unmöglich ist, und – was das ganze noch absurder macht – ich fand das Studium noch nicht mal toll, ich fand es die meiste Zeit über sogar ziemlich langweilig und alles was meine Freunde studierten wesentlich interessanter.

Warum ich nicht schon früher mit dem Studium aufgehört habe? Ich weiß es nicht. Ich wollte –ganz die deutsche Mentalität- nichts abbrechen, dachte ich bin ja schon ganze 24 Jahre alt und habe mich außerdem nicht nach Alternativen umgesehen.

Deshalb rannte ich immer schön weiter geradeaus in meinem winzigen Hamsterrad.Natürlich habe ich nicht nur gelernt, ich bin auch ausgegangen, hatte Freunde, habe Sport gemacht. Alles aber sehr exzessiv und ständig stand bzw. setzte ich mich unter Druck.

Mein Körper und meine Psyche beglückwünschten mich zu meiner Lebensweise auf Ihre ganz eigene Art.

Körperliche Symptome / Burn Out

 Das erste Warnsignal meines Körpers war Schwindel. Mir war schwindelig und schlecht, jeden Tag über Wochen. Ich ging zu meiner Hausärztin, die feststellte, dass ich kerngesund bin. „Gut“ dachte ich, dann kann es ja nicht so schlimm sein, dann kann ich ja jetzt genauso weitermachen wie vorher.

Ich lernte, am Wochenende ging ich feiern oder machte Ausflüge, arbeitete neben dem Studium, eigentlich kam ich nie zu Ruhe.

Das ganze fing im Januar 2011 an und endete mit mehreren Ohnmachtsanfällen zwischen August und Oktober. Nach diesen Bewusstlosigkeiten hatte ich Angst. Angst, das mir das wieder passieren kann, Angst, dass ich eine schlimme Krankheit habe und natürlich ganz besonders große Angst, dass ich zu Studiumsbeginn nicht wieder fit sein könnte und womöglich ein ganzes Semester länger bräuchte.

Ich unternahm alles was die Ärzte sagten, damit ich wieder fit wurde (Viel trinken, Sport machen, viel und gesund essen und ausruhen). Hat alles nichts geholfen.

Inzwischen glaube ich, ich war an einem Punkt angekommen an dem mein Körper sich niemals von allein oder mit nur ein paar Tabletten wieder auskuriert hätte. Er wollte mir etwas sagen. Schon länger, aber nie hatte ich ihm zugehört und jetzt MUSSTE ich zuhören. Das ist wie mit einem dreijährigen Kind. Stell dir vor es bittet dich mit ihm zu spielen, du lehnst ab. Die Folge: es weint! Sperrst du es jetzt in ein Zimmer ein und bewaffnest dich mit Ohropax, damit du bloß nicht weiter gestört wirst? Nein? Tja, genauso habe ich das aber mit all den Signalen meines Körpers gemacht. Ziemlich blöd oder?

Das Dreijährige wird lauter schreien, vielleicht gegen die Tür treten, mein Körper fiel eben einfach um.

Diagnosen

 Ich war immer weiter auf der Suche nach Diagnosen, nach Erklärungen für all meine Symptome, wollte mir nicht eingestehen, dass ich dieses mal mehr machen musste als einfach nur Tabletten zu nehmen oder ein paar mal zu Therapeutin zu gehen.

Zugegebenerweise denke ich noch heute manchmal wie schön und wie leicht es wäre wenn ich einfach irgendeine Krankheit hätte, Tabletten nehmen könnte und alles wäre gut, keine Angst, kein Schwindel, keine Watte im Kopf.

Ich habe mich nur einfach entschieden damit aufzuhören, aufzuhören alles einfach weg machen zu wollen und angefangen zu fragen warum es da ist.

Natürlich halte ich nicht alles aus und mache nicht gar nichts. Ich warte nur einfach nicht mehr auf die Wunderpille sondern versuche mich vor allem selbst und von innen heraus gesund werden zu lassen.

Krankheit und Denken

 Ich habe eine Fructose- und Histaminintoleranz. Natürlich ernähre ich mich dementsprechend. Zu meinen, man müsse sich einfach nur gesund denken halte ich für Quatsch.

In all den Büchern die ich las wurde viel mit Affirmationen gearbeitet. Einige Autoren fordern einen dazu auf, sich einfach gesund zu denken, jeden Tag, dann würde man auch gesund. Das hat bei mir leider nicht funktioniert. Ich denke, dass man die Krankheiten nicht wegdenken kann, ohne sonst etwas zu verändern. Man muss seine Einstellung und Lebensweise von Grund auf so ändern, dass man stressfrei entspannt und selbstzufrieden lebt. Dann ist man nicht ständig gestresst, dann wird man nicht so oft krank.

Ich glaube auch Krankheiten dienen als Pausen. Wenn wir krank werden brauchen wir eine Pause. Wenn wir uns diese Pausen aber selbst hin und wieder geben und in unseren Alltag einbauen, dann brauchen wir keine Krankheiten. Und das ist mein Ziel.

Ich möchte mein Leben so führen, dass mein Körper sich auf mich verlassen kann. Das er weiß ich gebe uns die Pausen, die schönen Momente die wir brauchen. Dann kann ich mich auch wieder auf ihn verlassen, dann brauch er sich die Pausen nicht selbst holen.

Das ist der Plan, den ich versuchen werde umzusetzen und den ihr zu verfolgen herzlich eingeladen seid.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen am Ende meines Projekts viel über mich selbst gelernt zu haben, zu wissen woher meine Ängste kommen und mit Ihnen zu leben, anstatt mit Ihnen zu kämpfen.

Ich hoffe ich konnte euch einen Ein- und Überblick in meine Geschichte und die Motivation diesen Blog zu schreiben geben.

Ab jetzt werde ich euch auf dieser Seite über meine aktuellen Projekte, deren Umsetzung mein persönliches Fazit informieren.

Ziele und Pläne

 Steve Pavlina schreit auf seinem Blog über Ziele und Pläne, dass ein Ziel statisch ist, ein Plan zur Erreichung dieses Ziels aber abänderbar ist, oder sogar sein muss.

Das ist der Grund, warum ich noch nicht genau weiß, wie ich die tatsächliche Umsetzung dieses Blogs gestalten werde, in welchen Zeitabständen ich schreiben werde und wie ich mein Projekt genau ausgestalte, vielleicht werde ich ein Projekt auch abbrechen, wenn es mir für mich nicht sinnvoll erscheint. Diese Freiheit gönne ich mir, denn ich bin nicht perfekt und außerdem bringt es nichts an einem alten Plan festzuhalten, wenn man weiß, dass er einen nicht zu seinem Ziel führt. Mein Ziel allerdings steht fest: Ich will ausgeglichen, glücklich gesund und zufrieden sein. Und auf diesem Weg dürft ihr mich alle gern begleiten.

 

Alles Liebe,

J.

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2 Antworten to “Motivation und Hintergründe”

  1. Der Steppenwolf 4. Juni 2013 um 23:43 #

    Ich drücke Dir beide Daumen bei Deinem Weg!
    Mein erst kürzlich gefundenes Lieblingszitat

    “Am Ende wird alles gut, wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.”

    Bunte Grüße,

    Kai

  2. snappyshort 6. Juni 2013 um 22:16 #

    Vollgas ist gut, wenn es in die richtige Richtung geht. Ob es aber die richtige Richtung ist, ist nicht immer ganz leicht zu sagen. Meist sind es deine Gefühle/Gedanken, die dich verraten.

    Beispiel Jura: Deine dort gespürte Langeweile ist ein erster ernster Hinweis gewesen, dass die Richtung vielleicht nicht ideal war. Dann die Schuld bei sich selbst zu suchen, ist meist kontraproduktiv, wenn auch normal und verständlich. Langfristig sollte man jedoch zuerst lernen sich selbst zu verzeihen und sich selbst so anzunehmen, wie man nun mal ist. (Was natürlich schwierig genug ist…aber das Gute ist ja, dass du noch sehr jung bist, die Wahrscheinlichkeit ist also sehr hoch, dass du gegenüber vielen Leuten nun einen Vorsprung hast 🙂 )

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